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Mai 2006 PDF Drucken E-Mail

Bonner Impulse mit internationaler Tagung zur EU-Afrika-Strategie

Konferenzteilnehmer„Die EU und Afrika: Auf dem Weg zu einer strategischen Partnerschaft“. So lautet der ambitionierte Titel der neuen Afrika-Strategie, die sich die Europäische Union im vergangenen Dezember gegeben hat. Der internationale Studientag „Die Europäische Union und Afrika: Neue Strategie – neue Politik?“ der Veranstaltungsreihe „Bonner Impulse 2006“ hat sich ein halbes Jahr vor dem Beginn der EU-Ratspräsidentschaft intensiv mit der neuen EU-Strategie befasst.

Welche Inhalte aus den Bereichen Entwicklung, Sicherheit und Handel werden in der Afrika-Strategie hervorgehoben und welche Rolle spielen die Mitgliedstaaten und die Kommission bei ihrer Umsetzung? Wie glaubwürdig ist das Prinzip einer stimmigen Gesamtstrategie für Afrika? Ist eine gleichberechtigte Partnerschaft zwischen der EU und den afrikanischen Staaten überhaupt durchsetzbar? Diese Fragen diskutierten Podiumsteilnehmer und 140 BesucherInnen der Tagung, die VENRO in Zusammenarbeit mit EADI und dem DIE und in Kooperation mit der Deutschen Welle organisiert hatte.
Podium 1


Die Tagung bestand aus vier inhaltlichen Teilen. Nach einem Überblick Podium 2wurden die drei Hauptpfeiler der Strategie – Sicherheit, Handel und Entwicklung – von Vertretern der drei Brüsseler Institutionen (Rat, Kommission und Parlament) vorgestellt. Anschließend wurde die Strategie aus nationalstaatlicher, afrikanischer und zivilgesellschaftlicher Perspektive bewertet. Während Ralf Schröder vom BMZ das Innovative an der Strategie herausstellte, fiel ihre Bewertung durch Dela Apedjinou vom Afrikanischen Dachverband in NRW und Hildegard Hagemann von Justitia et Pax skeptischer aus. Für die zivilgesellschaftliche Partizipation sei die Strategie sogar ein Rückschritt, so Hagemann.

ModeratorenMit den drei Hauptpfeilern der Afrika-Strategie befassten sich einzelne Workshops, deren Ergebnisse von den Moderatoren, Dirk Messner (Direktor vom DIE), Klaus Schilder (Projektreferent EU-Nord-Süd-Politik, WEED) und Jean-Luc Maurer (Präsident von EADI), im Plenum vorgestellt wurden. Im Zentrum stand dabei vor allem die Frage nach der Kohärenz der drei Themenfelder und ihrer Prioritätensetzung.


Die EU-Afrika-Strategie könne, so Michael Hofmann (Abteilungsleiter beim BMZ), durch einen institutionalisierten politischen Dialog die Kohärenzfrage in Abstimmung mit den afrikanischen Partnern beantworten, indem eine Differenzierung nach den Bedürfnissen der einzelnen Länder stattfindet. Handel und Entwicklung dürften nicht isoliert, sondern abgestimmt und an den Zielen der Strategie ausgerichtet betrieben werden, forderte Adah Simon Ogah (Botschaft von Nigeria in Brüssel). Im Einklang mit Andrea Goldstein (OECD Development Centre) sieht er in gewaltsamen Konflikten aber das größte Problem für die durchaus positive wirtschaftliche Entwicklung in Afrika. Bernd Pastors (VENRO Vorstandsmitglied) vermisst in der Strategie die Anerkennung der NRO als Mitgestalter der EU-Entwicklungspolitik. Die EU sehe die NRO zunehmend als „dankbare Umsetzungsgehilfen“.
Podium 3

Die Tagung wurde in Kooperation mit der Deutschen Welle veranstaltet.

Deutsche Welle




Dokumentation:


Die Dokumentation können Sie hier (1.36 MB)  ansehen oder unter bestellen.


Infos zur Veranstaltung: